 Tacim Keser(Vorstand BAB), Vural Ipek(Vorstandsvorsitzender BAB), Yilmaz Kahraman(Vorsitzender des NRW-Regionalverbands der alevitischen Jugend und Islamwissenschaftler) und Aziz Aslandemir(Vorstandsvorsitzender des AKM Dortmund und alevitischer Religionslehrer) (v.links)" Foto: Deniz Keser Passend zur Muharremfastenzeit (Fastenzeit der alevitischen Religion) besuchten Aziz Aslandemir (Religionslehrer) und Yilmaz Kahraman (Islamwissenschaftler) das Alevitische Kulturzentrum in Bünde. Anlass des Besuchs war unter anderem ein Diskussionsabend über den neu eingeführten alevitischen Religionsunterricht an den Schulen in Deutschland und die historische Entwicklung bzw. die Überlieferung des Alevitentums. Aslandemir machte darauf aufmerksam, dass „die erste Hürde bei der Einführung des alevtischen Religionsunterrichts darin bestand, dass es kein „heiliges Buch“ im Sinne der Bibel oder des Korans gibt.“ Dieses sei auf die Verfolgung in der Geschichte der Aleviten zurückzuführen. Trotz dieser Verfolgung hätte der alevitische Glaube überlebt, wobei dabei zwei Aspekte nach Meinung von Kahraman von entscheidender Bedeutung waren: 1. Die Überlieferung der alevitischen Geschichte durch sogenannte „Deyis“ (Verse und Gedichte von Geistlichen, wie von Pir Sultan Abdal, die mit dem Musikinstrument „Baglama“ begleitet werden) 2. Der ständige Ruf nach Gerechtigkeit, der durch die wiederfahrende Ungerechtigkeit immer präsent war Eine weitere Grundlage für das Alevitentum bietet der „Buyruk“. Dieser ist als eine Art Schrift zu verstehen, die zu der Rechtsschule (Mesep) der Anhänger von Cafer-i Sadik gehört. Die Aleviten sind nach Kahraman eher zu dieser Gruppe zuzuordnen. So sei es existenziell, die Grundlagen und Fundamente des Alevitentums den Kindern beizubringen. Deshalb wurde Anfang des Jahres ein Gremium (bestehend aus hauptsächlich Lehrern alevtischen Glaubens) geschaffen, um ein Konzept für den Religionsunterricht zu entwickeln. Schwierigkeiten hätte es vor allem darin gegeben, den alevitischen Religionsunterricht als versetzungsrelevantes Fach anbieten zu können, so Aslandemir. Diese Prozedur wäre insbesondere mit hohem bürokratischen Aufwand verbunden gewesen.  Aslandemir betonte, dass zwar der Bedarf am alevitischen Religionsunterricht hoch sei, allerdings bestünde aktuell die zentrale Problematik im Lehrermangel. Denn die alevitischen Religionslehrer müssten neben dem Lehramtsstudium zusätzlich eine Ausbildung absolvieren, um den alevitischen Glauben unterrichten zu dürfen. Aslandemir hebte hervor, dass eine frühzeitige Sorge für den Nachwuchs an Lehrern alevitischen Glaubens notwendig sei, um diesen Unterricht auch großräumig anbieten zu können. Zurzeit gäbe es z.B. nur eine ausgebildete Religionslehrerin (Suzan Keser) im Raum Ostwestfalen Lippe, die den alevitischen Glauben in Bielefeld den Grundschülern lehrt. Daher appellierte Aslandemir an die jungen Menschen, auch die Fortbildung während oder nach einem Lehramtsstudium wahrzunehmen. Text und Foto: Deniz Keser Fotos sind urheberrechtlich geschützt.
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